Radon in Italien: Was Eigentümer jetzt wissen müssen und wie Sie sich schützen

Radon ist eine unsichtbare Gefahr, die in vielen Gebäuden in Italien vorkommt und erhebliche gesundheitliche Risiken birgt. Der nationale Aktionsplan zeigt klar: Handlungsbedarf besteht vor allem im Bestand. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Grenzwerte gelten, warum Radon so relevant ist und wie moderne Abdichtungslösungen wie Isokristall von Duracrista helfen können, Gebäude nachhaltig zu schützen.

RADON

3/27/20263 min lesen

Lösung gegen Radon
Lösung gegen Radon

Was ist Radon?

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, das durch den Zerfall von Uran im Boden entsteht und sich über den Untergrund in Gebäude ausbreiten kann. Es ist unsichtbar, geruchlos und geschmacklos – genau deshalb wird es häufig unterschätzt. Tatsächlich stellt Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar. Laut wissenschaftlichen Studien besteht eine klare statistische Korrelation zwischen der Radonkonzentration in Innenräumen und dem Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Dieses Risiko steigt um etwa 16 % pro 100 Bq/m³ Erhöhung der Radonkonzentration. Besonders kritisch ist die Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Tabakkonsum, wodurch sich das Erkrankungsrisiko weiter erhöht.

Radon in Italien

In Italien wird das Thema zunehmend regulatorisch und gesellschaftlich relevanter. Grundlage hierfür ist unter anderem das Decreto Legislativo 31 luglio 2020, n. 101, welches die europäische Richtlinie 2013/59/Euratom umsetzt und den rechtlichen Rahmen für den Schutz vor ionisierender Strahlung definiert. Ergänzend dazu wurde der Piano Nazionale d’Azione per il Radon (PNAR) entwickelt, der konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Radonbelastung in Innenräumen festlegt. Ziel dieses nationalen Aktionsplans ist es, die langfristigen Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung zu minimieren, insbesondere durch die Reduktion radonbedingter Lungenkrebserkrankungen.

Die Konzentration von Radon wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) gemessen. In Italien liegt die durchschnittliche Radonkonzentration in Gebäuden bei etwa 70 bis 75 Bq/m³, jedoch zeigen zahlreiche Studien, dass lokal deutlich höhere Werte auftreten können. Der nationale Aktionsplan weist darauf hin, dass etwa 10 % der Lungenkrebsfälle auf Radon zurückzuführen sein könnten. Besonders relevant ist dabei, dass die Belastung in Wohngebäuden häufig höher ist als an Arbeitsplätzen – im Durchschnitt sogar drei- bis fünfmal höher. Dies liegt vor allem daran, dass Menschen deutlich mehr Zeit in ihren Wohnungen verbringen und sich Radon insbesondere nachts bei reduzierter Belüftung stärker anreichert.


Beachte: Die tatsächliche Anzahl der durch Radon Erkrankten oder Verstorbenen ist in der Realität deutlich höher, da nicht immer Untersuchungen auf Radon stattfinden. Zudem werden Menschen, die an den Folgen von radonbedingten Lungenkrebs versterben und zugleich Raucher waren, statistisch immer dem Versterben aufgrund des Rauchens zugeordnet. Somit ist klar, dass die Dunkelziffer leider deutlich höher ist.


Gesetzliche Grenzwerte und Maßnahmen

Der gesetzliche Rahmen definiert klare Referenzwerte, ab denen Maßnahmen erforderlich sind. Für bestehende Wohngebäude liegt dieser Wert bei 300 Bq/m³, für Neubauten – insbesondere solche, die nach dem 31. Dezember 2024 errichtet werden – bei 200 Bq/m³. Für Arbeitsplätze gilt ebenfalls ein Referenzwert von 300 Bq/m³. Wichtig ist dabei, dass diese Werte nicht als unkritische Grenzwerte zu verstehen sind, sondern als Schwellen, oberhalb derer eine Exposition nicht mehr als akzeptabel gilt. Der zugrunde liegende Ansatz basiert auf dem sogenannten Optimierungsprinzip, wonach die Radonbelastung unabhängig von gesetzlichen Grenzwerten so weit wie möglich reduziert werden soll, unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und sozialer Faktoren.

Ein zentraler Bestandteil des PNAR ist die Identifikation sogenannter „aree prioritarie“, also geografischer Gebiete mit erhöhter Radonbelastung. Diese werden definiert als Regionen, in denen mindestens 15 % der Gebäude den Referenzwert von 300 Bq/m³ überschreiten. In diesen Gebieten besteht ein erhöhter Handlungsbedarf, und es werden gezielt Maßnahmen zur Messung, Überwachung und Sanierung umgesetzt. Parallel dazu sieht der Plan konkrete Reduktionsziele vor: So soll in mindestens 50 % der Gebäude mit einer Radonkonzentration über 200 Bq/m³ eine signifikante Reduktion erreicht werden, wobei Gebäude mit besonders hohen Werten priorisiert werden. Gleiches gilt für öffentliche Gebäude sowie für den Wohnungsbestand insgesamt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die langfristige Entwicklung: Der nationale Plan berücksichtigt, dass gesundheitliche Auswirkungen von Radon – insbesondere Lungenkrebs – oft erst nach Jahrzehnten auftreten. Die Latenzzeit kann bis zu 35 Jahre betragen, weshalb präventive Maßnahmen heute entscheidend sind, um zukünftige Gesundheitsrisiken zu minimieren. Gleichzeitig wird betont, dass energetische Sanierungen von Gebäuden immer auch im Zusammenhang mit Radonschutz betrachtet werden müssen, da eine verbesserte Gebäudedichtigkeit ohne entsprechende Maßnahmen zu einer erhöhten Radonkonzentration führen kann.

Aus baulicher Sicht gelangt Radon hauptsächlich über den Untergrund in Gebäude, insbesondere durch undichte Stellen in Fundamenten, Bodenplatten, Kellerwänden oder Rohrdurchführungen. Daher spielen Abdichtungssysteme eine zentrale Rolle bei der Prävention und Sanierung. Eine effektive Lösung besteht darin, das Eindringen von Radon bereits an der Gebäudehülle zu verhindern, beispielsweise durch innenliegende Abdichtungssysteme, die gleichzeitig auch gegen Feuchtigkeit und drückendes Wasser wirken. Gerade im Bestand bietet dies einen entscheidenden Vorteil, da aufwendige und kostenintensive Erdarbeiten vermieden werden können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Radon ein unsichtbares, aber ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit darstellt, das in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird – sowohl aus regulatorischer als auch aus immobilienwirtschaftlicher Sicht. Der italienische nationale Aktionsplan gegen Radon liefert hierfür eine klare strategische Grundlage und zeigt deutlich, dass insbesondere im Gebäudebestand erheblicher Handlungsbedarf besteht. Für Eigentümer, Investoren und Sanierungsunternehmen ergibt sich daraus nicht nur eine Verantwortung, sondern auch eine klare Chance: Durch gezielte Maßnahmen zur Abdichtung und Radonreduktion lassen sich nicht nur Gesundheitsrisiken minimieren, sondern auch der langfristige Wert von Immobilien nachhaltig sichern und steigern.